Saisonrückblick 2019/2020

Die Saison ist nun etwas etwas abrubt zu Ende gegangen, Zeit Revue passieren zu lassen. Ich habe einen sehr langen Beitrag geschrieben, deshalb für die Kurzangebundenen hier die wichtigsten Facts:


Erfolge 2019/2020

  • 2. Platz Europacup-SG Espot ESP

  • 3. Platz Europacup-GS Espot ESP

  • 3. Platz Europacup-SL Espot ESP

  • 9. Platz Europacup Gesamtwertung

  • Top 30 Weltrangliste Riesenslalom

  • Top 40 Weltrangliste Super-G

  • 1. Platz Swiss Disabled Cup, Flumserberge SUI

  • 1. Platz Swiss Disabled Cup, Andermatt SUI

  • 1. Platz Swiss Disabled Cup Gesamtwertung


Highlights 2019/2020

  • Per Ende Saison steige ich ins A-Kader auf!

  • Ich bin gesund geblieben! Hört sich kitschig an, aber diesen Umstand zu schätzen habe ich durch meinen Unfall gelernt.

  • Ich konnte sehr viele wertvolle Erfahrungen sammeln – auf und neben den Skis, die ich ohne den Sport so nie erleben würde.

  • Trotz all dem, was noch folgen sollte, war mein 7. Platz im Pitztal mein Saisonhöhepunkt. Bei diesem Europacup-Rennen mit Weltcupbesetzung den «Anschluss» an die Weltspitze zu finden, war fantastisch. Der Weg ist noch lang, aber solche Resultate geben mir Zuversicht, dass noch einiges möglich sein wird, wenn ich denn auch wirklich will.


Orte

  • Hintertux AUT

  • Saas-Fee SUI

  • Skihalle Wittenburg GER

  • Skihalle Landgraaf NED

  • Zinal SUI

  • Sulden AUT

  • Pitztal AUT

  • Corvatch SUI

  • St. Moritz SUI

  • Engelberg-Titlis SUI

  • Sörenberg SUI

  • Meiringen-Hasliberg SUI

  • Veysonnaz SUI

  • Avoriaz SUI

  • Flumserberg SUI

  • Airolo SUI

  • Espot ESP

  • Andermatt SUI

  • Zagreb CRO

  • abgesagt: Hafjell NOR

  • abgesagt: Åre SWE



St. Moritz ☀️



Meine Saison in Worten

& Bildern aus meinen Instagram Storys


Sommer

Ich konnte den Sommer und Herbst verletzungsfrei trainieren und gute Fortschritte verzeichnen. Physisch arbeitete ich neu mit einem Personal Trainer zusammen, mit dem ich doch die eine oder andere Übung herausfinden konnte, wie ich meinen Körper noch stärken konnte. Im Behindertensport ist jedes Handicap sehr individuell, und so braucht es manchmal viel Kreativität bei den Übungen. Das machts spannend, aber auch nicht ganz einfach. Einige Bilder meines letzen Sommers gibts auch in meinem Blogpost «Skifahrer werden im Sommer gemacht».

Beim Schneetraining auf dem Gletscher in Hintertux spürten wir den heissen Sommer, später in Saas Fee fanden wir mehrheitlich gute Bedingungen vor.


Herbst

Der Herbst war wiederum geprägt von Besuchen der Skihallen von Deutschland und Holland. Nach dem Slalomtraining in Wittenburg DEU und den ersten Slalomrennen in der Skihalle von Landgraaf NED war die Begeisterung nicht gerade riesig. 😅 In dieser Disziplin gibt es für mich noch viel Arbeit – durch meine vergleichsweise hohe Lähmung habe ich Mühe mit der Spritzigkeit in den engen Tore und die eisigen Bedingungen in den Hallen machen es mir nicht leicht.

Materialwechsel

Umso grösser war dann die Freude, wieder in den Bergen im Zinal zu trainieren. Ich spürte immernoch eine Unsicherheit und mein Servicemann überzeugte mich, am Material etwas zu schrauben – merci Ursin, das war die richtige Entscheidung! 😉 Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so testete ich in Zinal frische Skis, und entschied ich mich auf HEAD Skis umzusteigen. Zusätzlich konnte ich genau eine Woche Später noch auf die lang ersehnte neue Sitz-Schale umsteigen. Sie ist viel enger und flext weniger, genau was wir suchen, damit die Verbindung und somit Kraftübertragung zum Ski optimal ist. Mitte Dezember wechselte ich dann auch noch von einem Luft-Dämpfer auf Stahl-Dämpfer. Was nur als Test angedacht war, überzeugte mich sofort.



Saisonstart

Jetzt aber nochmals ein paar Wochen zurück: Nach den Trainings in Zinal SUI gings nach Sulden AUT. Leider stürzte ich dort am ersten Tag und musste meine Schulter zwei Wochen auskurieren.

Gerade genug Zeit, um bei den Europacup-Rennen in Pitztal AUT starten zu können. Das neue Material gab mir viel selbstvertrauten und ich konnte einen hervorragenden 7. Platz bei Weltcup-Beteiligung im Riesenslalom einfahren. Dieser Erfolg gab mir ein super Gefühl und zeigte, dass ich auf dem Richtigen Weg bin.


Erfahrungen

Von Pitztal ging es direkt weiter an den Europacup in St. Moritz. Meine Freunde und Familie sahen leider nicht so viel vom Rennen, weil die Bedingungen so schlecht waren – aber dank der Hilfe der Armee, die bereits beim FIS-Weltcuprennen am Wochenende zuvor mithalfen, konnten alle drei Rennen auf einer super Piste abgehalten werden. Ich musste mich auf der eher schweren Piste mit Rängen zuhinterst begnügen. Die Erfahrungen zählen! 😉

Nach Weihnachten und Neujahr zuhause und vereinzelten Trainings in Engelberg und Sörenberg konnte ich wie letztes Jahr in Veysonnaz SUI beim Weltcup als Vorfahrer starten.

Die Piste mag ich sehr und freue mich, wenn ich im kommenden Jahr «richtig» an den Start gehen kann. Aber für den Moment war es besser für uns Nachwuchsfahrer, ohne Druck als Vorfahrer zu starten und den Nachmittag zum Trainieren zu nutzen.



Was für ein Zirkus – auch eine neue Erfahrung

Die Tage darauf genoss ich in Anzère SUI eine super Trainingspiste fast für mich alleine. Mein Trainer Kevin Caduff trainierte nur für mich und den blinden Thibault Trancard und seiner Guidein Manoelle Pauli. So kommt man weiter!

Kleine Anekdote aus dem Skizirkus: Neben uns bewässerten vier norwegische Trainer zwei Tage lang die Piste, bis am dritten Tag drei Athleten kamen mit je drei Skischuhen und X Paar Skis. Das Leistungsniveau bei diesen Herren ist wohl noch ein Quäntchen höher als bei den Para-Athleten, die Athleten Schrauben absolut in den Details. 😅 Mein Erstaunen zeigte mir, dass ich immer noch nicht lange dabei bin – und vielleicht auch ein bisschen, in welche Richtung es mit mir und dem Behindertensport gehen soll.


Schweizermeisterschaft

Nachdem ich mitte Januar beim ersten Rennen des Swiss Disabled Cups 2020 in den Flumserbergen den Sieg nach Hause nehmen konnte, fand eine Woche später die Schweizermeisterschaft in Airolo statt. Ich konnte zwei dritte Ränge einfahren, im Riesenslalom Hinter Murat Pelit und Micha Wäfler, im Super-G hinter Christoph Kunz und Murat Pelit.




Erste Europacup-Podestplätze!

Eine Woche später fuhren wir zwölf Stunden nach Espot in den spanischen Pyrenäen. Es lohnte sich! Nun waren keine Weltcupfahrer mehr am Start wie bei den Europacups zu Beginn der Saison und so konnte ich mit zwei dritten und einem zweiten Rang super Punkte einfahren. Gleichzeitig qualifizierte ich mich mit diesen Erfolgen für den Aufstieg ins A-Kader des Swiss Paralympic Ski Teams per Ende Saison. 🙌

Auch Stürze gabs, aber die Freude überwiegt: Im eisigen Steilhang landete ich zweimal im Netz, aber ausser ein Pattinett und ein eine Brillenhalterung am Helm blieb alles ganz. 😅




Erneuter Cup-Sieg

Nach den Erfolgen in Spanien feierte ich mitte Februar auch bei der zweiten Ausgabe des Swiss Disabled Cups in Andermatt den Sieg. Damit konnte ich die Cup-Wertung der Männer das zweite Jahr in Folge für mich entscheiden, denn das dritte Rennen musste wegen dem Corona-Virus abgesagt werden.


Europacup Zagreb

Die Rennen in Zagreb sind immer etwas speziell. Nie fahren wir sonst so nah an einer Metropole und Hauptstat Ski. Dieses Jahr war aber nochmals anders: Wenn du bis hierhin gelesen hast, interessiert dich bestimmt die ganze Story hier. Ich verspreche, es gibt viele Fotos + ein Video! Die Rennen beendete ich mit je zwei fünften und zwei sechsten Rängen und bin damit zufrieden. Keine Glanzleistungen, jedoch eine super Konstanz, die ich mitnehmen wollte in die nächsten Rennen! – Diese gabs jedoch gar nicht mehr…


Corona-Ausbruch

Der Corona-Virus beendete unsere Saison abrupt. Mitte März hätte ich meine ersten Weltcuprennen in Lillehammer NOR und Åre SWE bestreiten können. Lillehammer war gleichzeitig als Testevent für die WM im kommenden Winter geplant. Dass die Rennen aufgrund der aktuellen Lage mit dem Virus COVID-19 nicht stattfinden können, ist klar. Die Enttäuschung ist riesig, aber die Gesundheit unser aller ist wichtiger als irgendwelche Skirennen. Weiter fallen natürlich viele Trainings im Frühling aus.

Inzwischen kann ich bereits schon nach vorne schauen und freue mich auf meinen ersten Weltcupstart nächste Saison. Nach dieser Einladung und dem Aufstieg ins A-Kader rechne ich nicht damit, dass es noch lange auf sich warten lässt. 😉





Merci!

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an all meine Sponsoren & Partner – ihr machts möglich, dass ich so unglaublich viel erleben darf! Und natürlich auch ein grosses Dankeschön an meine Freundin, Familie und Freunde für die grossartige Unterstützung beim Leben meiner Träume ☺️


Bis bald auf dem Screen deiner Wahl!

// Pascal