Luzerner Zeitung: Weltcup St. Moritz und anstehende WM



Luzerner Zeitung, 03.01.2022

von Ruedi Wechsler

 

Pascal Christen startet erstmals an einem Grossanlass


Der Nidwaldner Skibobfahrer will an der WM in die Top 8 fahren – und sich für die Paralympics aufdrängen.


Fast die ganze Weltelite war kurz vor Weihnachten an den fünf Weltcup-Rennen in St.Moritz am Start, einzig das chinesische Team konnte nicht anreisen. Gefahren wurde innert fünf Tagen in den drei Kategorien Sehbehinderung, Standing und Monoskibob. Skibobfahrer Pascal Christen zieht trotz dreier Ausfälle in seiner Lieblingsdisziplin Riesenslalom ein positives Fazit. «Mit etwas zeitlichem Abstand zu den Rennen denke ich inzwischen vor allem an die schnellen Abschnittszeiten und Zwischenergebnisse, weniger an die Ausfälle», sagt der Nidwaldner. «Ich konnte im Vergleich zum letzten Jahr die Rückstände deutlich verringern und bin sehr zufrieden. Die Salastrains ist nicht der einfachste Hang, und die Schneeverhältnisse waren je nach Kursführung nicht immer überall gleich.»


Es war eine Herausforderung, das richtige Set-up für solche Pisten zu finden. Mit zwei guten Auftritten in den beiden Slaloms (Ränge 8 und 12 von 30 Startenden) und soliden Resultaten in Steinach am Brenner qualifiziert sich der Rollstuhlsportler für die Para-Ski-Weltmeisterschaft in Lillehammer von Mitte Januar.



Anreise mit Bussen erleichtert Logistik

Pascal Christen kommt soeben von einem Intervalltraining, das er im SPZ in Nottwil absolviert hat. Jetzt arbeitet er nochmals zwei Wochen an der physischen Form. Nach den Rennen in Österreich und im Engadin gönnte sich der 29-jährige Sportler einige Tage Ferien. Die Athletinnen und Athleten waren gut drei Wochen unterwegs, die Festtage nutzten sie für die Erholung. Guetzli backen und die Weihnachtstage mit den Liebsten geniessen: Das hatte oberste Priorität.


Bereits am Mittwoch fliegt das Skiteam von Swiss Paralympics nach Norwegen. Einige Trainer und Serviceleute fahren mit Bussen in den hohen Norden. Dies erleichtert die Logistik. So müssen zum Beispiel der Monoskibob oder Trainingsgeräte wie die Handkurbel nicht im Flugzeug transportiert werden. Für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Lillehammer bleibt keine Zeit, um viel zu ändern. «Selbst wenn es meine erste Teilnahme an einem Grossanlass ist, werde ich nicht anders an den Start gehen als sonst auch. Ich freue mich sehr auf die wertvollen Erfahrungen, die ich gewinnen werde», sagt Christen, der in Kriens wohnhaft ist. Die WM stehe etwas im Schatten der anstehenden Paralympics in Peking im März. In Lillehammer sowie an den folgenden Weltcup-Rennen in Are und in Veysonnaz gilt es nun aber, die nötigen Resultate zu liefern, um in Peking dabei zu sein. «Wenn ich Klassierungen in den Top 8 erreiche, dann fahre ich sehr glücklich nach Hause», so Christen.


Der Schwyzer Thomas Pfyl überzeugt trotz Verletzung

Mit Thomas Pfyl aus Steinen reist noch ein zweiter Innerschweizer Athlet an die Weltmeisterschaft. Mit insgesamt 14 WM-Medaillen gehört er zu den erfolgreichsten Schweizer Behindertensportlern. In St.Moritz glänzte er trotz einem Bänderriss im Daumen mit den Rängen elf, acht und zweimal sechs.



 

Quelle: Luzerner Zeitung