Beitrag im «Blitz»

Der lokale Anzeiger «Blitz» druckte am 14. Mai einen Beitrag von Franz Niederberger über mich, den ich meiner Online-Leserschaft nicht vorenthalten möchte:


Die Paralympics in Peking 2022 bleiben für Monoskibobfahrer Pascal Christen das grosse Ziel


Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, dass der Wind sich dreht und der Realist hisst die Segel. Keine andere Aussage würde besser zu Pascal Christen passen, er blickt in die Zukunft und nicht zurück.



Pascal, ein Sportler vom Scheitel bis zur Sohle, damals 24-jährig, ehrgeizig und voller Tatendrang, ist nach einem Mountainbike Sturz in Kanada im August 2016 von der Brust an abwärts querschnittgelähmt und seither im Rollstuhl, Sekundenbruchteile hatten das Leben von Pascal radikal verändert. Nach dem Umfall fasste er den Beschluss, sein «zweites Leben» etwas anders anzugehen. Nicht etwa aus Reue, sondern weil er die Chance bekam, neu anzufangen und diese nutzen wollte. Sechs Monate nach dem Unfall und wieder zu Hause, stellte er fest, dass seine Faszination einfach dem Sport gehört und Bewegung für ihn auch der Schlüssel zur Verarbeitung des Unfalles ist. Pascal fasst schmunzelnd zusammen:«Eigentlich ist noch alles beim Alten, ich fahre viel Ski und Velo, geändert haben sich nur die Geräte».


Unglaubliche Willensleistung

Fünf Monate nach dem Unfall und noch immer in der Reha, sass Pascal Christen zum ersten Mal im Monoskibob. Ein Jahr später das erste Skirennen, im März 2018 Gesamt-Dritter im Swiss Disabled Cup und Aufnahme in das Nachwuchskader des Swiss Paralympic Ski Teams. Im vergangenen Winter folgte in Spanien der erste Podestplatz bei einem Europacup Rennen. Der Start zum ersten Weltcup Rennen in Lillehammer Norwegen war geplant, bis alle sportlichen Veranstaltungen aufgrund der Coronakrise abgesagt werden mussten und die Saison auf einen Schlag zu Ende war. Anstatt mit Trainings auf Schnee, feilt er momentan vor allem an der Kondition und Kraft. «Die Vorbereitung für die kommende Saison hat bereits begonnen, natürlich anders als geplant. Die Teilnahme an den Paralympics in Peking 2022 ist und bleibt das grosse Ziel. Gedanken, wie sich diese Krise für die Zukunft auswirkt, mache ich mir schon, ich gehöre zur Risikogruppe und Vorsicht ist angebracht», äussert sich Pascal Christen.


Grosse Selbstständigkeit

Ohne ein super Umfeld, Sponsoren und einem starken Verband, der Pascal den Weg über deren Breitensportangebote zum Spitzensport ebnete, wären die vielen Trainings, Reisen und die professionelle Betreuung nicht möglich, dafür ist Pascal äusserst dankbar. Seine Sportart Monoskibobfahren kann er komplett selbstständig ausüben. Von der Anfahrt mit dem Auto wie auch das Benützen der Transportanlagen in den Skigebieten. Das Kernstück seines Sportgerätes ist ein gefederter Schalensitz, montiert in der Skibindung auf einem normalen Rennski. Die Abstützung erfolgt seitlich mit zwei Stabilos, auch Krückenski oder Patinettli genannt. Pascal Christen fährt in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Super-G. Mit einer Mitgliedschaft im 100er Club haben Firmen und Privatpersonen die Möglichkeit, ihn zu unterstützen. Er sprüht voll Tatendrang und Lebensfreude, blickt positiv in die Zukunft und hadert nicht mit der Vergangenheit. «Ich geniesse was ich heute machen kann, und denke nicht daran, was ich nicht mehr machen kann».